Nur noch eine Woche in Potsdam zu sehen: Günter de Bruyn – Märkische Schreibwelten

Nur noch bis zum 9. Januar 2022 ist die Ausstellung in Potsdam zu sehen, die ich heute noch genauer vorstellen möchte.

Sie hat mich dazu animiert, wieder zu den Büchern von Günter de Bruyn zu greifen.

Aufbau der Ausstellung

Meine Fotos entstanden bei meinem Besuch, sie zeigen die einzelnen Stationen der Ausstellung. Sie sind chronologisch angeordnet, so kann man den Recherchen des Schriftstellers folgen. Sehr interessant fand ich auch den Briefwechsel, den man durchblättern kann. De Bruyn hat noch an den Vorbereitungen der Ausstellung mitgewirkt und sie reicht praktisch bis zur Gegenwart (* 1. November 1926 in Berlin; † 4. Oktober 2020 in Bad Saarow).

 

Ein Einblick in die Arbeitsweise geben interessante Fotos vom Schreibtisch des Schriftstellers.

 

Die Märkischen Lebenswelten findet man in tollen Fotos, die der Ausstellung viel Atmosphäre geben.

 

Ich hatte ja schon erwähnt, dass es auch Möglichkeiten zum Mitmachen gibt. Natürlich nur eingeschränkt, aber so kann man selbst bestimmen wieviel Zeit man verbringen möchte. Oder / und nach den Filmen wieder zurückgehen und noch einmal in der Chronologie nachschlagen.

Mich hat es neugierig auf die Bücher gemacht, die Gegend und die Menschen, die in den Büchern auftauchen.

Also nichts wie hin, ansonsten muss man später nach Frankfurt fahren.

 

Hier noch die Pressemeldung:

Eine Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Kooperation mit dem Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) 

5. November 2021 bis 9. Januar 2022

Das Märkische ist ein Schlüssel zum Werk von Günter de Bruyn (1926–2020). Über die gesamten sechs Jahrzehnte seines Schriftstellerlebens beschäftigten ihn die Landschaft der Mark Brandenburg, ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Literatur. Seit Ende der 1960er Jahre lebte und arbeitete er in seinem Refugium, der ehemaligen Blabberschäferei nahe Görsdorf bei Beeskow – in der „Waldeinsamkeit“, weit abseits der Menschen, die ihn „erschreckten“ und wo nur wohne, wem „der Mangel an Menschen, Reizen und Geräuschen behagt“. Von dort aus erkundete er abgelegene märkische Dörfer, verwilderte Gemäuer, Parks und Friedhöfe, forschte in alten Kirchenbüchern, sprach mit Pfarrern und Ortsansässigen und fand so seine historischen Stoffe und die Handlungsschauplätze zahlreicher seiner Erzählungen, Essays und Romane.

De Bruyns Interesse gehörte der Zeit vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, und ganz besonders den Jahren um 1800. Im Kleinen einer Dorfchronik machte er den Lauf der Geschichte im Großen fassbar. Er entdeckte vergessene Autoren neu und machte ihre Werke wieder zugänglich, porträtierte lokale Adelsfamilien und ließ einzelne Kapitel preußischer Historie und Geistesgeschichte und ihre Exponenten wieder lebendig werden. Daneben standen Wiederentdeckungen lokalhistorischer Relikte (Schloss Kossenblatt, Alt-Madlitz) – und immer wieder die Landschaft selbst in ihrer Abgelegenheit, die der Autor zu seinem Arbeits- und Lebensmittelpunkt gemacht hatte. Oft mit Fontane verglichen, hatte de Bruyn dabei jedoch seinen ganz eigenen Zugriff auf Geschichte und das kulturelle Erbe – geprägt von seiner Lebenserfahrung in mehreren gesellschaftlichen Systemen und seinem tiefen Misstrauen gegenüber jeder Ideologie.

An der Vorbereitung der Ausstellung hat Günter de Bruyn bis zu seinem Tod am 4. Oktober 2020 noch selbst mitgewirkt. Er stellte dafür seine reichhaltigen Recherche- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung, u. a. unzählige Sammlungsordner mit Notizen und Fotos seiner märkischen Erkundungsfahrten sowie seine Korrespondenzen.

Sieben Ausstellungs-Stationen – Märkische Fahrten, Friedersdorf, Nennhausen, Garlitz, Kossenblatt, Görsdorf und „Märkische Forschungen“ – geben Einblicke in de Bruyns „märkische Schreibwelten“. Zu sehen sind seine Materialsammlungen über Orte und Personen, Korrespondenzen, Notizen, Entwürfe und Manuskripte sowie zahlreiche private Fotos, die den Autor unterwegs bei seinen Recherchen und bei der praktischen Arbeit an seinen Texten lebendig werden lassen. Sie zeigen de Bruyn als Kulturhistoriker, Chronist, Essayist, Herausgeber und Romancier, in dessen Erzählen die brandenburgische Kulturlandschaft literarisch Gestalt gewinnt. An ausgewählten Kapiteln wird anschaulich, wie de Bruyn Dörfer und Städte erlebte, welchen lokalen Geschichten er nachspürte und wie diese sich schließlich in seinen poetischen Werken wiederfinden. Das Publikum ist eingeladen, dazu in seinen Buchausgaben zu blättern und in seinen Texten die Spuren seiner Recherchen zu entdecken.

Filmausschnitte aus „Hochzeit in Weltzow“ (1978) und „Märkische Forschungen“ (1981) sowie Teile des Archivs und persönliche Gegenstände aus dem Haus des Schriftstellers ergänzen die Schau.

Die Ausstellung ist eingefasst von großformatigen Fotografien, mit denen der Fotograf Tobias Tanzyna die Atmosphäre der ehemaligen Blabberschäferei, dem Wohn- und Arbeitsort von Günter de Bruyn, festgehalten hat.

Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Christiane Barz hat die Ausstellung im Auftrag des Kleist-Museums, Frankfurt (Oder) kuratiert und für das HBPG inhaltlich erweitert.

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