Alle Artikel mit dem Schlagwort: DDR

Besuch im Industriemuseum Brandenburg

In meiner Reihe über Museen möchte ich heute das Industriemuseum meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel vorstellen. Das frühere Stahl-und Walzwerk war zu DDR einer der größten Arbeitgeber der Stadt und auch deshalb bekannt, weil Manfred Krug dort gearbeitet hat. Heute ist es ein Industriedenkmal, in den man sich frei bewegen kann. Es gibt Stiegen, Leitern und Arbeitsbrücken – fast alles zugänglich, wenn man keine Höhenangst hat 🙂

Wiederaufbau der „Transparenten Weltkugel“

Fast 10 Jahre war sie nicht mehr zu sehen, die „Transparente Weltkugel“, die seit 1977/78 vor der ehemaligen Buchhandlung „Alexander von Humboldt“ stand. Aus Sicherheitsgründen musste die Skulptur im Oktober 2010 von der Baustelle der Stadt- und Landesbibliothek entfernt werden. Kurz zuvor, noch im Mai 2010, hatte man im Zuge von Wartungsarbeiten, Verwitterungsspuren an der Skulptur beseitigt. Im Zuge des Neuaufbaus der Potsdamer Mitte wird das Denkmal nicht wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren, da dieses Areal Teil der zu bebauenden Fläche entlang der Friedrich-Ebert-Straße ist. Sie wurde von Prof. Günter Junge entworfen und und vom Stahlbauer Ulrich Dalichow in Zusammenarbeit mit Christian Röhl ausgeführt. Die Kugel wurde geformt aus zwei ineinander verschlungenen Zitaten. Zum einen dem Anfang aus dem Chorus mysticus, den Schlussversen aus Goethes Faust II: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ und aus der elften Feuerbach-These Karl Marx‘ „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern“.  Sie besteht aus oberflächenbehandeltem Stahl. Der damalige Abbau wurde dokumentiert und kann hier eingesehen werden. Ich habe meine Fotos …

Wiederentdeckt – zwei Ausstellungen aus dem Jahr 1989

1989 – ein entscheidendes Jahr in der ostdeutschen Geschichte und damit natürlich auch für das neue Deutschland, das ein Jahr später ausgerufen wird. Die Ereignisse haben sich damals überschlagen, kam noch vorstellbar heute – 30 Jahre später. Unter dem Namen „Fundstücke aus Brandenburg“ wird im „Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte“ an zwei Ausstellungen aus dem Jahr 1989 erinnert, die fast vergessen waren. Ich habe mir die beiden Ausstellungen schon ansehen und war so beeindruckt, dass ich selbst noch einmal im Zeitungsarchiv nachgeschaut habe und tatsächlich etwas finden konnte. Die Ausstellungsmacher kennen die Sachen sicher, aber ich habe Kopien gemacht und gebe den Umschlag im HBPG ab. Hier zwei Beispiele. Leider habe ich nichts zu „Suchet der Stadt Bestes“ finden können. Suchet der Stadt Bestes – vom 10. September bis 8. Oktober 1989 in der Nikolaikirche Im Sommer 1989 wollten Potsdamer Bürger etwas gegen den Verfall der Stadt und beginnenden Abriß in der Altstadt tun. Noch vor der Wende war es ein Risiko diese Politik zu kritisieren und sie mit einer Ausstellung öffentlich machen. So war es …

Neuer Info-Pfad – Stelen erinnern an die DDR-Grenze am Potsdamer Jungfernsee

Der Bereich zwischen der Glienicker Brücke und Cecilienhof im Neuen Garten zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Potsdam. Nur wenig erinnert heute noch daran, dass hier die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin verlief. Nun gibt es einen Geschichtspfad mit acht Stelen, der über das ehemalige DDR-Sperrgebiet informiert. Eröffnet wurde die Ausstellung mit dem Titel „Achtung Grenze. Das Sperrgebiet der DDR in Potsdam 1961-1989“ am 10. April 2019. Die acht 1,80 Meter hohen Stelen, zwischen der Glienicker Brücke bis zur Bertinistraße, informieren mit deutschen und englischen Kurz-Texten und historischen Bildern über die bis 1990 hier entlang verlaufene Grenze zwischen der DDR und Berlin (West). „Von der Glienicker Brücke aus konnte man bisher den Grenzverlauf nur noch ahnen. Es gab kaum noch Spuren von der Teilung, nichts was an die Zeit zwischen 1945 und 1990 erinnerte. So entwickelten sieben Personen 2011 die Idee eines Info-Pfads“ so Frank Bösch, Direktor des ZZF Potsdam, in seiner Begrüßungsrede. „Der Erinnerungspfad informiert über den Aufbau und die Entwicklung der Sperranlagen, thematisiert das Leben im Grenzgebiet, die Umnutzung der Villen und …

Tagesausflug nach Eberswalde

Tagesausflug nach Eberswalde mit art:berlin und dem Bauhaus-Archiv Berlin Eberswalde? Vielleicht kennt Ihr bisher nur den Zoo, aber in Eberswalde gibt vielmehr zu sehen und selbst der Tagesausflug reicht kaum aus. So liegt der Schwerpunkt dieser liegt auf den Industriedenkmäler der Stadt oder wie es art:Berlin beschreibt: „Seit dem 17.Jahrhundert ist Eberswalde die Wiege der brandenburgischen Industrie. Besonders die Metallverarbeitung hat hier ihr Zuhause. Wir spazieren entlang des Finowkanals und entdecken immer wieder denkmalgepflegte, von der Natur überwachsene Reste frühster Technikgeschichte. Im Anschluss fahren wir zur Werkssiedlung des ehemaligen Messingwerkes mit den legendären Wohnhäusern aus Kupfer, für die Walter Gropius einen Typenentwurf machte. Auch der Besuch des Stadtmuseums mit Einblick in Beispiele der Designgeschichte dieser Region steht auf unserer Agenda. Natürlich darf eine Pause im Stadtcafé am Markt mit regionaltypischer Konditorware nicht fehlen.“ Eberswalde war mein zweiter Tagesausflug mit diesen Veranstaltern (über Halle habe ich hier geschrieben). Damals ging es in Berlin los, diesmal ist der Treffpunkt der Bahnhof Eberswalde. Ich kann mir vorstellen, dass man so auch Interessenten aus der Umgebung oder sogar Eberswalde anspricht. …

Besuch im Industriemuseum Brandenburg

In meiner Reihe über Museen möchte ich heute das Industriemuseum meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel vorstellen. Das frühere Stahl-und Walzwerk war zu DDR einer der größten Arbeitgeber der Stadt und auch deshalb bekannt, weil Manfred Krug dort gearbeitet hat. Heute ist es ein Industriedenkmal, in den man sich frei bewegen kann. Es gibt Stiegen, Leitern und Arbeitsbrücken – fast alles zugänglich, wenn man keine Höhenangst hat 🙂 Vor der Besichtigung gibt einen Helm und Umhang, ich würde (stand)feste Schuhe empfehlen, man fühlt sich damit sicherer. Im Museum habe ich mir ein kurzes Video zur Schließung des Werkes angesehen. Dort wurde erklärt warum das Werk geschlossen wurde.Nach der Wende waren die Siemens-Martin-Öfen nicht mehr wettbewerbsfähig, in Westeuropa waren sie schon den 1960er Jahren ausgemustert worden. Jetzt folgte Brandenburg. Im Dezember 1993 gab es den letzten Abstich, die Zeit der Siemens-Martin-Öfen war damit endgültig vorbei.     Im Museum geht alles sehr familiär zu, keine große Bürokratie und man zahlt den Eintritt schon deshalb gern. Jeder Besucher wird gebraucht damit das Museum erhalten bleibt. Ich war …