Alle Artikel mit dem Schlagwort: DDR

Wiederaufbau der „Transparenten Weltkugel“

Fast 10 Jahre war sie nicht mehr zu sehen, die „Transparente Weltkugel“, die seit 1977/78 vor der ehemaligen Buchhandlung „Alexander von Humboldt“ stand. Aus Sicherheitsgründen musste die Skulptur im Oktober 2010 von der Baustelle der Stadt- und Landesbibliothek entfernt werden. Kurz zuvor, noch im Mai 2010, hatte man im Zuge von Wartungsarbeiten, Verwitterungsspuren an der Skulptur beseitigt. Im Zuge des Neuaufbaus der Potsdamer Mitte wird das Denkmal nicht wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren, da dieses Areal Teil der zu bebauenden Fläche entlang der Friedrich-Ebert-Straße ist. Sie wurde von Prof. Günter Junge entworfen und und vom Stahlbauer Ulrich Dalichow in Zusammenarbeit mit Christian Röhl ausgeführt. Die Kugel wurde geformt aus zwei ineinander verschlungenen Zitaten. Zum einen dem Anfang aus dem Chorus mysticus, den Schlussversen aus Goethes Faust II: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ und aus der elften Feuerbach-These Karl Marx‘ „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern“.  Sie besteht aus oberflächenbehandeltem Stahl. Der damalige Abbau wurde dokumentiert und kann hier eingesehen werden. Ich habe meine Fotos …

Wiederentdeckt – zwei Ausstellungen aus dem Jahr 1989

1989 – ein entscheidendes Jahr in der ostdeutschen Geschichte und damit natürlich auch für das neue Deutschland, das ein Jahr später ausgerufen wird. Die Ereignisse haben sich damals überschlagen, kam noch vorstellbar heute – 30 Jahre später. Unter dem Namen „Fundstücke aus Brandenburg“ wird im „Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte“ an zwei Ausstellungen aus dem Jahr 1989 erinnert, die fast vergessen waren. Ich habe mir die beiden Ausstellungen schon ansehen und war so beeindruckt, dass ich selbst noch einmal im Zeitungsarchiv nachgeschaut habe und tatsächlich etwas finden konnte. Die Ausstellungsmacher kennen die Sachen sicher, aber ich habe Kopien gemacht und gebe den Umschlag im HBPG ab. Hier zwei Beispiele. Leider habe ich nichts zu „Suchet der Stadt Bestes“ finden können. Suchet der Stadt Bestes – vom 10. September bis 8. Oktober 1989 in der Nikolaikirche Im Sommer 1989 wollten Potsdamer Bürger etwas gegen den Verfall der Stadt und beginnenden Abriß in der Altstadt tun. Noch vor der Wende war es ein Risiko diese Politik zu kritisieren und sie mit einer Ausstellung öffentlich machen. So war es …

Neuer Info-Pfad – Stelen erinnern an die DDR-Grenze am Potsdamer Jungfernsee

Der Bereich zwischen der Glienicker Brücke und Cecilienhof im Neuen Garten zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Potsdam. Nur wenig erinnert heute noch daran, dass hier die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin verlief. Nun gibt es einen Geschichtspfad mit acht Stelen, der über das ehemalige DDR-Sperrgebiet informiert. Eröffnet wurde die Ausstellung mit dem Titel „Achtung Grenze. Das Sperrgebiet der DDR in Potsdam 1961-1989“ am 10. April 2019. Die acht 1,80 Meter hohen Stelen, zwischen der Glienicker Brücke bis zur Bertinistraße, informieren mit deutschen und englischen Kurz-Texten und historischen Bildern über die bis 1990 hier entlang verlaufene Grenze zwischen der DDR und Berlin (West). „Von der Glienicker Brücke aus konnte man bisher den Grenzverlauf nur noch ahnen. Es gab kaum noch Spuren von der Teilung, nichts was an die Zeit zwischen 1945 und 1990 erinnerte. So entwickelten sieben Personen 2011 die Idee eines Info-Pfads“ so Frank Bösch, Direktor des ZZF Potsdam, in seiner Begrüßungsrede. „Der Erinnerungspfad informiert über den Aufbau und die Entwicklung der Sperranlagen, thematisiert das Leben im Grenzgebiet, die Umnutzung der Villen und …

Besuch des Modemuseums Schloss Meyenburg

Nein, ich werde wohl keine Modebloggerin mehr werden, trotzdem beschäftigt mich das Thema Mode im Moment sehr. Vielleicht liegt das auch an meiner Kleiderschrank-Kur?  Wie auch immer – der Besuch des Modemuseums in der Prignitz passt zum Thema und lohnt sich auf jeden Fall. Das Modemuseum im Schloss Meyenburg Wikipedia sagt es ganz sachlich: „Das Modemuseum Schloss Meyenburg zeigt Teile der umfangreichsten europäischen Modesammlung von Kleidermode des 20. Jahrhunderts von 1900 bis 1970, die von der Ost-Berliner Sammlerin Josefine Edle von Krepl zusammengetragen wurde.“  Ich kann nur sagen, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Jeder Raum war eine Steigerung des Vorangegangenen, bei dem Besuchern gab es ein Ständiges Ah und Oh, man erinnerte sich an vergessene Dinge und bestaunte wertvolle Stücke aus der Welt der Reichen und Schönen. Kaum zu glauben, dass eine einzelne Person so etwas zusammengetragen hat und man fragt sich, wo diese vielen Kleider zuvor gelagert bzw. untergebracht wurden. Denn das Schloss ist vom Keller bis in die oberen Stockwerke mit Mode, Zeitgeist und Erinnerungen gefüllt. Auf 1000 Quadratmetern werden hunderte Kleider, Schuhe, Ketten, Capes, Dessous …