Alle Artikel in: Potsdam

Buchpremiere: „John Gersman – Flüchtling – Befreier – Besatzer – Wohltäter“

Anfang November 2019 konnte ich an einer besonderen Buchpremiere teilnehmen, als im Potsdam-Museum die Publikation „John Gersman – Flüchtling – Befreier – Besatzer – Wohltäter – Lebensweg aus dem Nachlass rekonstruiert durch Wolfgang Weißleder“ vorgestellt wurde. Der Ort der Vorstellung war bewußt gewählt, denn neben der John Gersman-Stiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), der Druckerei Rüss trug der Förderverein zum Erscheinen des Buches bei. Verständlich dass die Veranstaltung von Markus Wicke, dem Vorsitzender des Fördervereins des Potsdam Museums e.V., eröffnet wurde. Das Grußwort hielt Ines Koch, Leitung Ortskuratorium Potsdam der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, hier auf dem Bild mit zwei wichtigen Taschen, denn diese enthalten sprichwörtlich das Leben John Gersman. Aber wer war John Gersman ? Ich möchte hier nur einen kurzen Überblick geben, mehr dazu gibt es im Buch. John Gersman (1911 – 2003), geboren als Joachim Gersmann in Berlin geboren, kam 1927 mit seinen Eltern nach Potsdam. Diese hatten in der Brandenburger Straße 19 ein Herrenmodengeschäft übernommen und auch Joachim arbeitete als Verkäufer bis er durch die Nazis gezwungen wurde, dass Land zu verlassen. So ging er …

Krimimarathon – Die Hoffnung und der Wolf

Andreas Hoppe, Ex-Tatort-Kommissar, kam zum Krimimarathon nach Potsdam und stellte sein neues Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ vor. Das ist zwar kein Krimi, aber passte aber trotzdem. Schließlich war der Autor Kommissar im TV und zum anderen haben sich die Wölfe ja durch die Grenzöffnung vor 30 Jahren ausbreiten können. Eine gute Argumentation durch die Verantwortliche der Stadt- und Landesbibliothek,  zumal Bibliothek einen Wolf als Maskottchen hat. Andreas Hoppe ist fasziniert von Wölfen und seit kurzem Wolfsbotschafter des NABU. Sein Engagement spürt man nach wenigen Sätzen. Dabei geht es ihm nicht nur um die Wölfe, sondern auch die Naturlandschaft und das „Zusammenleben von Menschen und Tieren, also auch den Wölfen. Ein spannendes Thema. Andreas Hoppe nimmt uns mit, in die Wildnis Kanadas und Rumäniens, den Bayerischen Wald und nach Brandenburgs. Er trifft Menschen, die freilebende Wölfe aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. So erleben wir u.a. die Begegnung mit einem Staatssekretär und Wildtierfotografen. Sie alle stellen sich der Frage nach dem Miteinander von Mensch und Wolf. Niemand macht es sich leicht, auch der Autor nicht. Ich habe …

Große Pläne für die Villa Francke

In der Potsdamer Gregor-Mendel-Straße gibt es viele wundervolle Villen mit sehr interessanten Geschichten. Dazu gehört auch die Villa, die sich die Holzhändlerfamilie Francke 1873/74 bauen lies. Entworfen wurde sie vom Architekten Reinhold Persius, ein prachtvolles Gebäude in einem großen Garten wie man es auf einem zeitgenössischen Gemälde sieht. REPRO: STADT POTSDAM 1909 bis 1912 wurde die Sommerresidenz durch Architekt Peter Behrens umgestaltet und erweitert – unter anderem um einen Tennisplatz und ein Fahrzeughaus. Das war auch notwendig, denn die Franckes sollen eines der ersten Automobile Potsdams besessen haben, noch vor dem Kaiser. So jedenfalls erzählt man es sich in der Familie, berichtet Köppel. Die Familie sei auch während der DDR-Zeit nicht enteignet worden, weil der damalige Besitzer in Namibia wohnte und einen britischen Pass besaß. Auch deshalb ist das Gebäude wohl noch so gut erhalten, wie die hochwertige Ausstattung mit Marmorkaminen und Säulen, Stuckdecken.     Die Villa und das rund 15000 Quadratmeter große Grundstück wurden im Frühjahr 2018 von Nachfahren der Familie Francke verkauft und bereits Anfang 2019 stellte der neue Eigentümer Matthias Köppel erste …

Wiederaufbau der „Transparenten Weltkugel“

Fast 10 Jahre war sie nicht mehr zu sehen, die „Transparente Weltkugel“, die seit 1977/78 vor der ehemaligen Buchhandlung „Alexander von Humboldt“ stand. Aus Sicherheitsgründen musste die Skulptur im Oktober 2010 von der Baustelle der Stadt- und Landesbibliothek entfernt werden. Kurz zuvor, noch im Mai 2010, hatte man im Zuge von Wartungsarbeiten, Verwitterungsspuren an der Skulptur beseitigt. Im Zuge des Neuaufbaus der Potsdamer Mitte wird das Denkmal nicht wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren, da dieses Areal Teil der zu bebauenden Fläche entlang der Friedrich-Ebert-Straße ist. Sie wurde von Prof. Günter Junge entworfen und und vom Stahlbauer Ulrich Dalichow in Zusammenarbeit mit Christian Röhl ausgeführt. Die Kugel wurde geformt aus zwei ineinander verschlungenen Zitaten. Zum einen dem Anfang aus dem Chorus mysticus, den Schlussversen aus Goethes Faust II: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ und aus der elften Feuerbach-These Karl Marx‘ „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern“.  Sie besteht aus oberflächenbehandeltem Stahl. Der damalige Abbau wurde dokumentiert und kann hier eingesehen werden. Ich habe meine Fotos …

Die Ansprüche der Hohenzollern

Um es gleich zu sagen, ich bin keine Historikerin oder Juristin. Deshalb schaue ich mit Erstaunen auf die aktuelle Diskussion über die Ansprüche, die die Hohenzollern erheben. Sie gehen auf einen Vertag zwischen Preußen und den Hohenzollern im Jahr 1926 zurück und dann die Enteignung 1945. Wie ist der Stand – man will sich einvernehmlich einigen. Nach der negative Presse seit dem Wochenende gibt es nun eine neue Stellungnahme durch die Anwälte. Wer nun dachte, hier ergibt sich Verhandlungspotential – kein Wort davon. Nichts ! Es bleibt also dabei – man will viel zurück. Man hat Leihverträge 2014 gekündigt, die Ansprüche sofort nach dem Ende der DDR angemeldet. Und damit eigentlich bestätigt ich in meiner Schulzeit gelernt habe. Aber das ist natürlich nicht das Thema. Was will man haben: Eine der Forderungen lautet: „Das Haus Hohenzollern erhält ein dauerhaftes, unentgeltliches und grundbuchlich zu sicherndes Wohnungsrecht … im Schloss Cecilienhof, auf Schloss Lindstedt oder in der Villa Liegnitz.“ Alle drei Häuser befinden sich in Potsdam, wo seine Vorfahren residierten und der Prinz mit seiner Familie lebt. …

Gesucht: Parkplätze in Potsdam

Wenn man wie ich in der Nähe des Nauener Tor wohnt, kann man jeden Tag die verzweifelte Suche der Autofahrer nach Parkplätzen beobachten. Ich muss sagen, es nervt mich, denn es stehen ja genug Schilder da, die anzeigen, dass hier nichts mehr geht. Aber nein, sie drehen Runde um Runde ohne Erfolg zu haben. Hier setzt die Idee von „Privatparker“ an, die durch die Erweiterung der Parkraumkapazität stressfreies Parken möglich machen möchten. Denn viele Parkplätze „gehören“ zu Anwohnern. Aber was passiert, wenn die nicht da sind? Nichts, oder ? Mit freundlicher Genehmigung von Pro Potsdam Das wollen Janin und Markus Schneider ändern. Hallo, vielleicht könnt Ihr ein paar Worte zu Euch und der Idee von privatparker.com sagen. „Wir sind ein junges Ehepaar aus Potsdam (Janin und Markus) und haben eine kleine Tochter. Wir sind beide Berliner und dann nach Potsdam gezogen. Ich habe hier Restaurierung studiert und arbeite freiberuflich in meinem Beruf, den ich sehr liebe. Markus promoviert an der BAM in Berlin.Ich bin zum Studieren nach Potsdam gezogen, weil mich die lange Fahrt aus Berlin genervt hat …

Ausflugs-Tipp: die Biosphäre und der Volkspark in Potsdam

Es hat sich bestimmt herumgesprochen, dass Potsdam viel zu bieten hat. Aber es gibt mehr als die vielen Schlösser aus der preußischen Zeit, man kann ins Barberini Museum gehen, den Filmpark Babelsberg besuchen oder die Biosphäre und den Volkspark entdecken. Letztere entstanden im Rahmen der Bundesgartenschau 2001,  inzwischen werden sie in der öffentlichen Wahrnehmung heute kaum als Ensemble zusammengehören. Dabei liegen sie praktisch nebeneinander. Vielleicht habt Ihr Lust in den Ferien vorbeizuschauen. Die Biosphäre, eine Betonhalle mit viel Glas, diente als Blumenhalle für die Bundesgartenschau. Nach dem Ende der Ausstellung wurde das Innere zu einem künstlichen Tropenwald umgebaut. Auf einer Fläche von etwa 6500 Quadratmetern sind über 20 000 Pflanzen zu sehen, darunter mehr als hundert Bäume, die zum Teil bis zu fünfzehn Meter hoch sind. Die ältesten Mangrovenbäume sind mehr als vierhundert Jahre alt. Insbesondere für Kinder soll die künstliche Pflanzenwelt eine Mischung aus Unterhaltung und Lernen sein. So gibt es einen künstlichen Wasserfall, eine Duftstation, einen Fledermausgang, plötzlich hervorschießende Regenwaldgeister oder einen Weg ganz aus Bambusrohr. Auch die Geräuschkulisse ist die eines Regenwaldes, kommt allerdings …

Mondnacht im Belvedere auf dem Pfingstberg

In diesem Jahr habe ich es endlich geschafft die Mondnacht auf dem Pfingstberg zu erleben. Die Beschreibung auf der Webseite macht neugierig. „Das Schloss Belvedere im Mondschein ist ein wahrhaft romantisches Erlebnis: Beobachten Sie die Mond-Spiegelungen im Wasserbecken und den leisen Flug der Fledermäuse bei Musik und einem Glas Wein. Der Förderverein Pfingstberg e.V. es an fast allen dem Vollmond am nächsten liegenden Freitagen von Mai bis September. Potsdams schönste Aussicht lässt sich in der Dämmerung erleben, und nach Einbruch der Dunkelheit lädt das Belvedere zum einem Blick in die Sterne ein. Die Mitglieder des Förderverein Pfingstberg bieten Getränke und herzhaftes Gebäck an. Eintritt: 4,50 / ermäßigt 3,50 € (Tickets ausschließlich an der Abendkasse)“   Und es war tatsächlich so, obwohl sich der Mond erst spät sehen lies. Ausgerechnet an diesem Tag war es etwas diesig, aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan und die Sicht zum Fernsehturm war tatsächlich gut. Man konnte sich auf dem Schloß frei bewegen, die Türme hinaufsteigen oder auch am Wasserbecken sitzen und der Musik lauschen. Es gab Weißwein, …