Alle Artikel mit dem Schlagwort: Sanssouci

Rückblick auf die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2019 (1)

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2019 standen unter dem Motto „Musen“ und sie waren die ersten unter der Leitung von Dorothee Oberlinger. Sie ist ist Blockflötistin, Dirigentin und widmet sich überwiegend dem Bereich Historische Aufführungspraxis. All das brachte sie in Potsdam ein. Insgesamt konnte man 71 Konzerte, Opern oder Führungen an 52 Spielorten erleben, die über die ganze Stadt verteilt waren. So kam es zu interessanten Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten, von den ich hier einige vorstellen möchte. „Polifemo“ im Orangerieschloss Zu der fast unbekannten Oper „Polifemo“ heißt es im Programm der Festspiele: „Eine Opernrarität vom »Musenhof« der preußischen Königin Sophie Charlotte steht im Zentrum dieses Musiktheaterabends, der mit der geballten Schöpferkraft dreier Meisterkomponisten prunkt. 1702 erlebte Bononcinis »Polifemo« hier seine Uraufführung. Ein einäugiger Riese, eine eifersüchtige Zauberin und die Göttin der Liebe sorgen für wundersame Verwandlungen in der Geschichte nach Ovids »Metamorphosen«. Musik des jungen Händel und eine Serenata Alessandro Scarlattis bilden den Prolog. Inszeniert wird das »Gemeinschaftswerk« von einer Expertin für historische Theateraufführungspraxis – stilecht barock! Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Spieldauer: …

Polyhymnia & der Marlygarten

Wann immer es möglich ist, nehme ich in Potsdam an Führungen Teil. Dort erfährt man in geballter Form eine Menge zum Thema und bekommt oft Anregungen für weitere Erkundungen. Diesmal war es eine Führung, die im Rahmen der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci angeboten wurde. Ich möchte hier vor allem ein paar Fotos zeigen, aber eine kurze historische Einordnung ist sicher hilfreich. Der Marlygarten Man kann den Marlygarten kann als die Keimzelle des Parks von Sanssouci angesehen. Er ist etwa 5 Hektar groß und war einst ein Küchengarten. Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, (1688-1740) suchte hier zwischen Obstbäumen, Kohlköpfen, Spargelbeeten und grasenden Kühen gerne Erholung. Dem König in Preußen war alles Französische ein Greul und er verhöhnte den Sonnenkönig, indem er seinen den Küchengarten „Mein Marly“ nannte. Den Garten umgibt eine Mauer, die noch heute erhalten ist. Diese ist von 1714 und damit das älteste Bauwerk in Sanssouci. Rund 100 Jahre blieb es bei der Funktion als Küchengarten, der eher im Verborgenen existierte. Erst ab 1845 ließ der Urgroßneffe des „Alten Fritzens“, König Friedrich Wilhelm IV. seinen „Gartengeneral“ Lenné …

Von der Orangerie zum Belvedere auf dem Klausberg

Viele Bauten in Potsdam sind vor allem schön, sie sollten das Auge des Königs Friedrich II. erfreuen. Er liebte es eigene Ideen einzubringen, die von den Architekten umgesetzt werden sollten. Hunderte Zeichnungen liegen noch heute in den Archiven, nicht alles konnte verwirklicht werden. Eines der letzten fertiggestellten Bauwerke ist das Belvedere auf dem Klausberg. Meine Fotos stammen aus dem tollen Sommer 2018 und wurden am Tag des offenen Denkmals in Potsdam gemacht. Auch diese Gebäude wird von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verwaltet. Damit genug der Vorrede, denn ich möchte Euch heute ein weiteres Kleinod im Park von Sanssouci vorstellen – das Belvedere auf dem Klausberg. Wie erwähnt, auch dieses Gebäude wurde unter Friedrich dem Großen errichtet (von 1770 bis 1772 ) und hat vor allen eine schmückenden Funktion und dient seinem Namen entsprechend, der schönen Aussicht auf den Park Sanssouci und das Umland.   Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Durch Artilleriebeschuss im April 1945 brannte es aus und konnte in den folgenden Jahrzehnten nur notdürftig gesichert werden. …

Hier findet man Italien in Potsdam

Heute möchte ich Euch nach Potsdam und Italien entführen. Ihr denkt, wie soll das gehen? Eigentlich ganz einfach, denn 2019 steht das touristische Leben der Stadt unter dem Motto „Italien in Potsdam“. Darüber möchte ich heute schreiben, denn so einfach wie hier kann man Italien nicht oft erleben. Potsdam ist die Hauptstadt des Landes Brandenburg und liegt etwa 50 Kilometer westlich von Berlin. Viele kennen das Schloss Sanssouci, aber es gibt noch viele andere Bauten aus den unterschiedlichsten Epochen. Italien in Potsdam Friedrich Wilhelm IV. (1795 – 1861) ging als „Romantiker auf dem Thron“ in die preußische Geschichte ein. Besonders Potsdam hat von seiner Liebe zu Italien profitiert, denn er lies hier die Bauwerke errichten, die der Stadt ein italienisches Flair geben. Besonders im Frühling und Sommer, da gibt es keinen schöneren Platz als die Gärten und Schlösser Potsdams. Diese wundervollen Orte möchte ich Euch heute genauer vorstellen. Viele Worte braucht man beim Anblick der Fotos nicht verlieren, also halte ich mich zurück und lasse die Bilder sprechen. SCHLOSS CHARLOTTENHOF In Potsdam schuf sich Kronprinz Friedrich …

Potsdam als Stadt der Schlösser

Nachdem ich in der vergangenen Woche mit Bloggern unterwegs war, gab es ein großes Erstaunen darüber,  dass Potsdam so viele Schlösser und Parks hat. Ich denke immer, dass die Schlösser die Touristen in die Stadt bringt, aber da gibt es wohl noch Platz nach oben. Deshalb gibt es heute einen allgemeinen Beitrag über die Schlösser, auch weil ich mir vorgenommen habe, alle in diesem Jahr anzusehen. Und falls Ihr denkt, nichts leicht als das, dann lest weiter. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) In über dreihundertjähriger Bautätigkeit entstanden durch die brandenburg-preußischen Herrscher Schlösser und Gartenanlagen von internationaler Bedeutung. 1990 wurden die Schlösser und Gärten in Potsdam, die auf Berliner Gebiet liegende Pfaueninsel sowie Schloss und Park Glienicke als Welterbestätte unter den Schutz der UNESCO gestellt. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, kurz SPSG, ist für den Erhalt der betreffenden Schlösser verantwortlich. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten betreut und verwaltet mit etwa 550 Angestellten rund 30 Museumsschlösser und andere Museen, 800 Hektar denkmalgeschützte Parkanlagen, 100.000 Einzelkunstwerke, 150 Denkmäler und 300 bauliche Anlagen. Einen Teil davon finden …

16. und 17. August – die Italienische Schlössernacht – Una Notto Italiana

Die Potsdamer Schlössernacht 2019 findet am 16. und 17. August statt und wie fast alle Veranstaltungen in diesem Jahr steht auch sie unter dem Motto „Italien in Potsdam“. Für die Besucher gibt es viel zu sehen und zu erleben, dazu gehört u.a. wieder ein literarisches  Programm, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattfand. So lesen Andrea Sawatzki und Christian Berkel gemeinsam italienische Märchen von Clemens Brentano und Italo Calvino. Katharina Thalbach hat sich für die Geschichte von Pinocchio entschieden, das kann ich mir besonders gut vorstellen. Mit dabei ist auch wieder Max Moor (mit einer Lesung aus „Don Camillo und Peppone“). Auf der Pressekonferenz wurden noch andere Pläne vorgestellt, man kann gespannt sein wie das alles funktionieren wird. Für mich wird es die zweite Schlössernacht sein. Im vergangenen Jahr habe ich mir sozusagen einen ersten Überblick verschafft und nun beim zweiten Mal weiß ich wo man hingeht oder nicht, was man wirklich vergessen sollte, weil das Gedränge zu groß ist.  Im letzten Jahr war ich am Freitag da, an diesem Tag war es noch …

Die Christus-Statue im Innenhof der Friedenskirche

Eine meiner Potsdamer-Lieblingsstatuen steht im Innenhof der evangelischen Friedenskirche, es ist die überlebensgroße Christusstatue „Christus segnet die Kinder“, deren Original der Bildhauer Bertel Thorvaldsen 1821 schuf. Eine halbe Tonne schwer und 3,50 M hoch, steht sie auf steht auf einem Brunnen, auf dem Rand ist eine Inschrift zu finden. Sie besagt: Reinige dich von Sünden und nicht nur dein Antlitz. Ich habe versucht noch mehr über die Statue zu erfahren, die kein Original ist. Natürlich ist Wikipedia auch hier hilfreich. So heißt es, dass im 19. Jahrhundert viele Pfarrer kleine Repliken in ihren Amtszimmern zu stehen hatten. Die Figur war auch als Grabdenkmal beliebt. In Verbindung gebracht wird die Statue mit den Mormonen, seit ein Ältester der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine 3,4 m hohe Replik erwarb. 1966 wurde die Statue auf dem Temple Square in Salt Lake City aufgestellt. Dies sollte den Besuchern verdeutlichen, dass Mormonen Christen sind. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage benutzt das Bild des Christus auf seiner Homepage und in anderen offiziellen Publikationen. Aber zurück zur Potsdamer Statue. …

Der Ruinenberg mit dem Normannischen Turm

Geschichtlicher Hintergrund Heute möchte ich Euch auf den Ruinenberg mit dem Normannischen Turm entführen. Hier stehen nicht bloß die Säulen und Giebelreste eines griechischen Tempels, sondern auch ein von den Jahrtausenden schwer beschädigter Monopteros (ein Rundtempel oder Ziergebäude mit Säulen) sowie die Wand eines antiken Theaters. Friedrich der Große, hat es 1748 in Sichtweite seines Schlosses anlegen lassen, die Anlage auch als Wasserreservoir. Natürlich sind diese Ruinen nicht „echt“. Zu Zeiten Friedrich des Großen gehörte es zum guten Ton, antike Anlagen zu haben und diese entstanden auf dem sogenannten Ruinenberg. Der wurde später sogar noch erweitert. 1845 wurde den „römischen Ruinen“ ein mittelalterlich anmutender Bau mit Aussichtsplattform zur Seite gestellt; der so genannte Normannische Turm. Damals war Friedrich Wilhelms IV. der Herrscher und er gab Peter Joseph Lenné den Auftrag das Gelände des Ruinenbergs gartenkünstlerisch zu gestalten, um Schloss Sanssouci ein würdiges „Gegenüber“ zu bieten. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Normannische Turm stark beschädigt und war nun eine echte Ruine. zudem wurde das Areal zwischen 1957 und 1971 von der sowjetischen Armee als militärisches Übungsgelände genutzt. Erst nach der Wende …