Alle Artikel mit dem Schlagwort: Architektur

Wie geht es weiter mit der Garnisonkirche ?

In der letzten Zeit sind zwei Gebäude wieder in den Focus der Potsdamer Öffentlichkeit gelangt. Nicht zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal, denn die Zukunft der Garnisonkirche und die des Kunsthauses Rechenzentrums sind eng miteinander verbunden. Wie sieht es aktuell aus ? Nach der von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) angestoßenen Kompromisssuche zum Wiederaufbau der Garnisonkirche ist die Zukunft der Kirche wieder unsicher. Schubert hat sich unter anderem für ein Jugendbegegnungszentrum neben dem Kirchturm sowie ein stärkeres inhaltliches Engagement der Stadt für die dort geplante Ausstellung ausgesprochen. Auch Frank Walter Steinmeier begrüßt die Suche nach einem Kompromiss. Was bedeutet das für das Rechenzentrum ? Im Kunsthaus steht einem möglichen Wiederaufbaudes Kirchenschiffs im Weg und „wartet“ auf seinen Abriss. Die zeitliche Begrenzung der Mietverträge ist ein großes Problem, die Nutzung als Kreativzentrum sei nur als Zwischenlösung gedacht, der Abriss lange beschlossen, denn ein Teil des Rechenzentrums steht auf dem Grundstück der Kirche. Eine komplizierte Situation. Blick aus dem Kunsthaus/Rechenzentrum Zahlreiche Künstler arbeiten hier, ihre Kunst stellen sie auch hier aus. Die Gänge des Gebäudes sind lang …

Große Pläne für die Villa Francke

In der Potsdamer Gregor-Mendel-Straße gibt es viele wundervolle Villen mit sehr interessanten Geschichten. Dazu gehört auch die Villa, die sich die Holzhändlerfamilie Francke 1873/74 bauen lies. Entworfen wurde sie vom Architekten Reinhold Persius, ein prachtvolles Gebäude in einem großen Garten wie man es auf einem zeitgenössischen Gemälde sieht. REPRO: STADT POTSDAM 1909 bis 1912 wurde die Sommerresidenz durch Architekt Peter Behrens umgestaltet und erweitert – unter anderem um einen Tennisplatz und ein Fahrzeughaus. Das war auch notwendig, denn die Franckes sollen eines der ersten Automobile Potsdams besessen haben, noch vor dem Kaiser. So jedenfalls erzählt man es sich in der Familie, berichtet Köppel. Die Familie sei auch während der DDR-Zeit nicht enteignet worden, weil der damalige Besitzer in Namibia wohnte und einen britischen Pass besaß. Auch deshalb ist das Gebäude wohl noch so gut erhalten, wie die hochwertige Ausstattung mit Marmorkaminen und Säulen, Stuckdecken.     Die Villa und das rund 15000 Quadratmeter große Grundstück wurden im Frühjahr 2018 von Nachfahren der Familie Francke verkauft und bereits Anfang 2019 stellte der neue Eigentümer Matthias Köppel erste …

Baustellenbesuch – der Flughafen BER in Schönefeld

Ich bin wirklich gespannt wie es mit dem Flughafen BER weitergeht. In dieser Woche wurde gemeldet, dass es vielleicht doch nichts mit 2017 wird. Mir ist das inzwischen unheimlich, denn auf dem Flughafen sieht es schon sehr gut aus. Und zum Thema Brandschutz: ist Deutschland das einzige Land, dass Probleme mit dem EU-Richtlinien hat ? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen. Hier mein Bericht über  einem der tollen Sommertage in Berlin und Brandenburg. Seit 25 Jahren gibt es die Brandenburgischen Sommerkonzerte und zum zweiten Mal trat man auf der Baustelle der Flughafen BER auf. Eine tolle Kulisse und ein Supersound für das Deutsches Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung Tugan Sokhiev und Jan Lisiecki am Klavier. Per Shuttle vom S-Bahnhof Schönefeld ging es zum BER-Flughafen wo man sich Informieren konnte, aber auch Zeit zum Essen und Trinken hatte. Mich hätte gern eine Rundfahrt mitgemacht, aber die Karten waren leider schon ausverkauft. Aber auch so konnte man sich viel ansehen wie die Fotos zeigen. Außerdem bestand die Möglichkeit die neue Abfertigungshalle zu besichtigen.  Das Sommerkonzert fand unter dem Dach der Eingangshalle …

Sensationelle Einwicklung für das Minsk

Der Abriss von Gebäuden aus der DDR-Zeit – wie zuletzt der Fachhochschule im historischen Zentrum – hat in Potsdam immer wieder zu erbitterten Debatten geführt. Nun will Kunstmäzen Plattner das Terrassenrestaurant «Minsk» als Museum erhalten. Ein Glücksfall für Potsdam 🙂 Potsdam (dpa) – Die Stiftung des Software-Milliardärs Hasso Plattner will in Potsdam ein Museum für DDR-Kunst einrichten. Nach dem Barberini wäre es das zweite Museum der Stiftung in der Stadt. Das ehemalige Terrassenrestaurant «Minsk» aus DDR-Zeiten solle dafür saniert werden, sagte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag. Zuerst hatten die «Märkische Allgemeine» und die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» darüber berichtet. Neben dem künftigen Museum soll in Neubauten preiswerter Wohnraum entstehen.Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) zeigte sich erfreut über das Angebot der Hasso-Plattner-Stiftung. «Es ist ein Glücksfall für Potsdam», erklärte er am Donnerstag. «Wenn die Stiftung die Idee umsetzt, erhält Potsdam ein weiteres Museum mit hoher Strahlkraft.» Das Konzept sieht nach Angaben der Stadt vor, dass das Gebäude als Unikat der DDR-Architektur erhalten bleibt und Museum für die derzeit im Museum Barberini ausgestellte DDR-Kunst wird. Es würden …

Das Jan Bouman Museum in Potsdam

Die Meldung in der MAZ im August 2018  (Das Museum im Jan-Bouman-Haus hat mit der Historikern Susanne Marok (42) erstmals seit seiner Eröffnung vor gut 20 Jahren eine hauptberufliche Leiterin. Hans Göbel (66), der Potsdams ältestes Privatmuseum als Vorsitzender des Fördervereins zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam bisher ehrenamtlich führte, bezeichnet die Personalie als „riesigen Meilenstein“. Die halbe Stelle ist Bestandteil einer Vereinbarung der Stadt und des Vereins, nach der der Betrieb des Jan-Bouman-Hauses in diesem Jahr erstmals mit 70 000 Euro gefördert wird.) ist Anlass für die Wiederveröffentlichung eines Beitrages von meinem Blog „Ein zweiter Blick“. Ich habe ihn ein wenig umgeschrieben und die Fotos neu bearbeitet. Sie stammen aus dem Jahr 2014. Besuch des Jan Bouman Hauses in Potsdam  Wenn man durch das Holländische Viertel in Potsdam schlendert, sollte man sich Zeit für das Jan Bouman Haus nehmen, das leider noch oft übersehen wird. Dabei ist das Haus das erste städtische, für Immigranten gebaute Siedlungshaus des 18. Jahrhunderts. Es trägt den Namen des niederländischen Baumeisters Jan Bouman (1706 – 1776), unter dessen Leitung nicht …

Ein Blick zurück – das Café Rosenhag

Café im Bauhaus-Gebäude Täglich öffnen und schließen viele tolle Cafés, trotzdem möchte ich hier einen Ort vorstellen, der es verdient hätte, offen zu bleiben. Verschiedene Umstände (wie langwierige Bauarbeiten und damit ein schlechter Zugang) führte dazu, dass der Traum des Eigentümers nach 15 Monaten vorbei war. Dabei ist das Haus aus dem Jahr 1928 ein echtes Schmuckstück (Architekt Werner Schenck), es wurde liebevoll saniert, die 48 Wohnungen und die beiden Läden auf 4200 Quadratmetern Nutzfläche hergerichtet. Für das Café ersteigerte Gosse Wiesmann die originalen Bauhausmöbel im Internet: Gerrit Rietveld-Lampen, Vitra-Stühle, die klassischen Freischwinger von Marcel Breuer, Sitzmöbel von Mauser… Zwei Pächter gab es nach der Eröffnung von 2013, nun steht das Café wieder leer. In einem Zeitungsartikel von 2016 sagte der Eigentümer: „Der neue Pächter sollte zumindest Herz haben, motiviert sein und das Bauhaus in diesem Lokal nicht ganz zugrunde richten.“ Vielleicht findet sich noch jemand, denn wie die Fotos zeigen, würde es sich lohnen. Und im nächsten Jahr gibt es ja das große Bauhaus-Jubiläum.  

Abgerissen – das Gebäude der alten FHS

Von dem ehemaligen FH-Gebäude in Potsdams ist eine Menge Bauschutt übriggeblieben, als am Donnerstag, dem 16. August 2018, die letzten Wände fielen. Anstelle der alten Fachhochschule soll dort ein Karree aus Wohn- und Geschäftshäusern gebaut werden. Insgesamt werden 15 neue Gebäude auf der Fläche von 6300 Quadratmetern entstehen, wobei bis dahin noch ein paar Jahre vergehen werden. Der Vormittag Am Morgen stand noch einen Teil der alten FHS, aber die Bagger kamen voran. Am Nachmittag In der Potsdamer Presse wurde der Abriss-Termin bekannt gegeben und so standen viele Leute am Bauzaun und schauten den Baggern zu. Auch ich habe mir einen guten Platz suchen wollen, aber mit 30 Grad und strahlend blauem Himmel, war das nicht einfach. Also machte ich mich auf dem den Weg auf die Kuppel der Nikolaikirche. Blick von der Nikolaikirche Ein toller Ausblick, nur leider ohne Schatten und fast ohne Blick auf die Baustelle. Pech gehabt. Man konnte von oben die Mauern fallen hören, also wollte ich schnell wieder hinunter. Leichter gesagt als getan, bei der engen Wendeltreppe, aber zum Glück sind …

Neobarock und Jugendstil – die Löwenvilla in Potsdam

Nachdem ich bereits über die Skulpturenausstellung in der Löwenvilla berichtet habe, möchte ich heute den Fokus auf die Innenausstattung, soweit sie zugänglich ist, richten. Auf der Webseite der  „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“  kann man mehr über die Räume und die Gartenanlagen lesen. Wenn man es dann mit eigenen Augen sieht, ist man wirklich sehr beeindruckt (die Innenausstattung der Villa soll weitgehend erhalten sein). Leider ist die ursprüngliche Gartenanlage nicht mehr erhalten, von der Grotte gibt es zum Beispiel nur noch Fragmente. Trotzdem ist das ganze Anwesen harmonisch angelegt, wunderschön fügt sie sich in den Hang ein, mit Terrasse und Treppe. Natürlich ist das immer Geschmacksache, aber ich mag diesen Mix mit Jugendstil-Elementen. Und mein nächster Besuch ist schon geplant, da entdecke ich bestimmt wieder etwas Neues. Was meint Ihr, gefällt Euch mein Bericht ? Das würde mich freuen. Die Löwen gaben der Villa den Namen   Ein Blick auf die Überbleibsel der Grotte   Innenansichten