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Polyhymnia & der Marlygarten

Wann immer es möglich ist, nehme ich in Potsdam an Führungen Teil. Dort erfährt man in geballter Form eine Menge zum Thema und bekommt oft Anregungen für weitere Erkundungen. Diesmal war es eine Führung, die im Rahmen der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci angeboten wurde. Ich möchte hier vor allem ein paar Fotos zeigen, aber eine kurze historische Einordnung ist sicher hilfreich.

Der Marlygarten

Man kann den Marlygarten kann als die Keimzelle des Parks von Sanssouci angesehen. Er ist etwa 5 Hektar groß und war einst ein Küchengarten. Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, (1688-1740) suchte hier zwischen Obstbäumen, Kohlköpfen, Spargelbeeten und grasenden Kühen gerne Erholung. Dem König in Preußen war alles Französische ein Greul und er verhöhnte den Sonnenkönig, indem er seinen den Küchengarten „Mein Marly“ nannte. Den Garten umgibt eine Mauer, die noch heute erhalten ist. Diese ist von 1714 und damit das älteste Bauwerk in Sanssouci. Rund 100 Jahre blieb es bei der Funktion als Küchengarten, der eher im Verborgenen existierte.

Erst ab 1845 ließ der Urgroßneffe des „Alten Fritzens“, König Friedrich Wilhelm IV. seinen „Gartengeneral“ Lenné hier einen herrlichen englischen Landschaftsgarten entwerfen. Bei Lenné hat jeder Weg, jeder Baum und jeder Wendung eine Bedeutung. Nichts ist langweilig und voraussehbar. Wenn man den Wegen folgt und das sollte man unbedingt tun, erschließt sich das Gesamtkunstwerk. Die Fotos zeigen den Stand Juni 2019. Im Laufe der Jahreszeiten werden bestimmt interessante Unterschiede sichtbar sein. Es wird deshalb nicht mein letzter Bericht über den Garten sein.

In Garten gibt es ein paar Statuen, hier eine Auswahl.

Flora von Emil Wolff (1802-1879), die im einzigen Blumenbeet auf dem sogenannten Flora-Hügel steht.

Das „Mädchen mit Papagei“ wurde 1647 von Heinrich Berges geschaffen, in Zink gegossen und vergoldet. Die Potsdamer Säule wurde nach 1945 umgestürzt und zerbrach. Nach 1990 wurde die Glassäule aus den sichergestellten Bruchstücken rekonstruiert und die Zinngussfigur restauriert. 2002 konnte die Säule wieder am alten Standort aufgestellt werden.

Am südwestlichen Ende des Gartens gibt es einen Teich, an dem an einem kleinen Wasserlauf etwas versteckt die Bronzeskulptur des „Wasserholenden Mädchens“ von Ludwig Wilhelm Wichmann (1788-1859) steht. Es handelt sich um einen Nachguss, da das Original seit dem 2. Weltkrieg verschollen ist.

Der Hauptweg durch den Marlygarten führt zu einem Gärtnerhaus aus der Entstehungszeit von Schloss Sanssouci. Hier steht eine Marmorstatue Friedrichs des Großen aus dem Jahr 1899. Sie zeigt den noch jungen König mit dem Spazierstock in der Hand und den Blick in die Ferne gerichtet. Im Gärtnerhaus wohnen auch heute noch Angestellte des Parks.

Infobox: 

Potsdamer und Besucher sollten sich Zeit für den schönen Garten nehmen, es gibt viel zu entdecken. Zum Ansehen und Fotografieren sollte man 30-45 Minuten Zeit planen und im Anschluß vielleicht die  Friedenskirche besichtigen.

Der Garten ist der Öffentlichkeit während der Öffnungszeiten des Parks Sanssouci zugänglich (ab 8 Uhr, wenn man Glück hat früher). Leider noch nicht bei Sonnenaufgang. Wegen seiner etwas versteckten Lage ist er noch nicht überlaufen, allerdings häufen sich auch hier die Besucher, die den Rasen betreten. Mein Appell: bitte die Wege benutzen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten in den Garten zu gelangen, hier zwei davon.

Friedenskirche Sanssouci / Grünes Gitter / Marlygarten
Am Grünen Gitter 3, 14469 Potsdam
Anreise: mit dem Bus 605, 606 oder mit der Tram 91 bis zur Haltestelle „Luisenplatz-Süd/Park Sanssouci“ (Fahrzeit ca. 8 Min. + Fußweg ca. 7 Min.)

oder

Haupteingang Park Sanssouci

Maulbeerallee

Man muss keinen Eintritt bezahlen. Die Führung hat 10 Euro gekostet, da sie Teil der Musikfestspiele war.

Ich würde mich freuen, wenn Euch meine Fotos gefallen haben. Und vielleicht besucht Ihr den Garten.

Bis dann, Kerstin

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