Italien in Potsdam, Kunst & Kultur, Museum, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen
Schreibe einen Kommentar

Im Barberini gibt es ein Wiedersehen mit den Gemälden von Artemisia Gentileschi

Nach dem großen Publikumserfolg mit der Ausstellung zum Spätwerk Pablo Picassos startet im Potsdamer Museum Barberini «Wege des Barock». «Es war seit unserer Gründung im Jahr 2017 unser Wunsch, mit der Sammlung unserer Namensschwester in Rom eine Ausstellung zu realisieren», sagte Museumsdirektorin Ortrud Westheider am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung, die am Samstag für das Publikum eröffnet wird. Mittelpunkt steht Caravaggios, in den Jahren 1597-1599 entstandenes Werk, «Narziss». 

Zu den Leihgaben aus Rom steuert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zwei von Friedrich dem Großen erworbene Werke von Artemisia Gentileschi (1593-1653) bei, die sich seit 1769 im Neuen Palais im Park Sanssouci befinden. Die beiden Gemälde sind schon seit langer Zeit nicht mehr für das Publikum zugänglich, da der Tanzsaal wegen Einsturzgefahr gesperrt ist und wahrscheinlich erst 2030 dem Publikum zugänglich gemacht werden kann. Man könnte sich nun fragen, warum die Bilder nicht abgehängt wurden, aber dahinter verbirgt sich eine Geschichte. Friedrich der Große kaufte italienische Kunst für sein Neues Palais, mit dem er nach dem Siebenjährigen Krieg seine Stärke und seine finanzielle Potenz demonstrieren wollte. Die erworbenen Bildern lies er fest in der Wand des Oberen Saals verbauen. Dort wurden sie Im Dezember letzten Jahres ausgebaut, in die Restaurierungswerkstatt der Stiftung gebracht, geröntgt, gereinigt, untersucht. Die Zusammenarbeit von Stiftung und dem Museum Barberini, das die finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt hat, machte diese Aktion möglich. Nach dem Ende der Ausstellung wandern beide Kunstwerke zurück in die Werkstadt und werden aufwendig restauriert.

Ein Grund mehr, einen Blick auf die beiden Bilder von Artemisia Gentileschi zu werfen. In einem großen Saal im Erdgeschoß des Museums kann man u.a. die beiden Bilder bewundern, auf Tafeln kann man etwas über die Künstlerin erfahren und wie die Bilder ihren Weg in die Galerie Friedrich II. fanden.  

Ich habe vor ein paar Jahren ein interessantes Buch über Artemisia gelesen und hoffe, dass man sie als Malerin auch in Deutschland kennenlernt. Zumal ihre Bilder auf internationalen Kunstauktionen Millionen kosten.

Wer ist Artemisia Gentileschi?

Artemisia wurde 8. Juli 1593  Tochter des berühmten toskanischen Malers Orazio Lomi Gentileschi in Rom geboren. Sie starb 1658 in Neapel. Ihr Name tauchte damals nicht nur als Künstlerin auf, sondern Frau die 1611 von dem Mallehrer vergewaltigt wurde, den ihr Vater zu ihrer Betreuung eingestellt hatte. Während des langwierigen Gerichtsverfahrens in Rom wurde Artemisia schrecklichen Qualen und gynäkologischen Untersuchungen ausgesetzt, um ihre Unschuld festzustellen. Nach dem Prozess verheiratete ihr Vater sie mit einem florentinischen Maler, woraufhin sie nach Florenz zogen und sie die erste Frau war, die zur Accademia delle Arte del Disegno ging. In der Zeit danach genoss sie eine äußerst erfolgreiche Karriere als Malerin, zu deren namhaften Auftraggebern das Hause Medici und Karl I. gehörte. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie in ihren Gemälden, so zeigte sie oft starke Frauen aus der Mythologie und der Bibel.

Die Bilder im Neuen Palais kaufte der König wegen der Thematik und nicht der Künstlerin. Ich habe gelesen, dass die Gemälde nicht signiert sind und man lange nicht wußte, dass sie von Artemisia Gentileschi stammen.

In der Ausstellung sieht man davon Fotos.

Im Ausstellungskatalog gibt es auch ein Kapitel zur Galerie im Neuen Palais, was ich aber noch nicht lesen konnte.

Auf jeden Fall findet man das Thema auch im Begleitprogramm des Museums.

Mittwoch, 7. August,
4. September, 25. September, jeweils 17 Uhr (50 Min.)
Foyer
Je € 3, exklusiv für Barberini Friendspage13image1445577024

Aus dem Dunkel ins Licht.
Die Wiederentdeckung der Potsdamer Werke Artemisia Gentileschis

Restauratorenführung
Bärbel Jackisch, Fachbereichsleiterin für Gemälderestaurierung, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam, und Johanna Thierse und Nina Beck, freie Restauratorinnen, Potsdam

Nach 250 Jahren stehen in der Ausstellung Wege des Barock zwei Gemälde von Artemisia Gentileschi (1593–1654) wieder im Rampenlicht. Von Friedrich II. 1769 für das Neue Palais erworben, waren die Bilder jahrzehntelang nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und gerieten fast in Vergessenheit. Dank einer Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg kann das Museum Barberini die Bilder jetzt erstmals nach der Restaurierung präsentieren. Vor den Originalen der berühmtesten Malerin des Barock werden der Entstehungsprozess und die Geschichte der Werke aus der Perspektive der Restaurierungswissenschaft nachgezeichnet – und Schicht um Schicht freigelegt, was viel zu lange im Verborgenen lag.

Empfehlen möchte ich noch die Barberini-App. Ich habe einen Bildschirmfilm zu Artemisia gemacht, da findet noch viele weitere Informationen.

Ich hoffe, dass ich Euch neugierig gemacht habe. Natürlich berichte ich auch über die Ausstellung, wollte mich aber mit meinem ersten Beitrag auf Artemisia konzentrieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.