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Heiraten wie im Märchen – im Belvedere auf dem Pfingstberg

Wenn es einen perfekten Ort für eine Märchenhochzeit in Potsdam gibt, dann ist das für mich das Belvedere auf dem Pfingstberg. In dem Schloss über der Stadt findet man alles was dazu gehört. Eine wunderbare Kulisse mit Blick auf Potsdam (und Berlin), einen einzigartigen Raum für die Trauungen und die Möglichkeit einen Empfang oder sogar die Feier hier abzuhalten. Und die Fotos sind natürlich auch nicht zu verachten. Möglich macht das Heiraten von April bis Oktober das Standesamt Potsdam und der Förderverein Pfingstberg e.V.

Neugierig geworden ?

Dann schaut Euch doch mit mir um, denn ich konnte im Rahmen eines Bloggerevents auch hinter die Kulissen schauen.

Das Schloß

Im Zeichen des Themenjahres „Italien in Potsdam“ gehört das Belvedere zu den herausragenden Bauwerken in Potsdam, denn Italien war die Inspiration für das Ensemble. Wilhelm IV., begeistert von seinen Reisen nach Italien und inspiriert von der dortigen Architektur, plante den Bau, dessen Vollendung er leider nicht mehr erlebte. In der politisch unruhigen Revolutionszeit um 1848 begannen die Arbeiten, die 1852 zugunsten der Orangerie von Sanssouci unterbrochen werden. Erst 1861 wird es nach Krankheit und Tod Friedrich Wilhelm IV. von dessen Bruder Wilhelm I. in eingeschränkter Weise zum Abschluss gebracht und in den Folgejahren von der königlichen Familie für Teestunden genutzt. Zum Pfingstberg – Ensemble gehören neben dem Belvedere, der Pomonatempel und der Lenné-Park. Darüber berichtet eine Dauerausstellung, die Ihr unbedingt ansehen solltet. Auch Einzelheiten zur Geschichte in den nachfolgenden Jahrhunderten gibt es hier zu sehen. Ich möchte mich in heute auf das Maurische Kabinett konzentrieren, die dem die Hochzeiten stattfinden.

Eine beeindruckende Kulisse

Betritt man das Schloß durch den Haupteingang sollte man die Atmosphäre in sich aufnehmen. Vom Innenhof des Belvedere führen doppelläufige Freitreppen auf die Dachterrasse über dem Torbau und weiter zur westlichen und östlichen Kolonnade, die den Zugang zu den beiden Türmen bilden, in denen jeweils ein aufwendig ausgestatteter Raum geschaffen wurde.

Das Maurische Kabinett im Ostturm

Das Maurische Kabinett befindet sich im Ostturm, das wahrscheinlich von dem Architekten Carl von Diebitsch geschaffen wurde. In alten Büchern kann man lesen, dass der  Architekt 1848 in halbes Jahr in der Alhambra forschte und die dortigen Eindrücke bei der Einrichtung des Zimmers einflossen. Neuere Forschungen stehen dieser These entgegen, aber am Ende stand ein wunderschöner Raum mit bunten, glasierten und zum Teil vergoldeten Fliesen an den Wänden. Mit 1200 Fliesen in Rot, Blau und Gold, Weiß, Türkis und Schwarz wurde das Kabinett ausgekleidet. Sie stammen aus der damals berühmten Tonwarenfabrik des Keramikers Tobias Christoph Feilner.

Es ist nicht hochgenug einzuschätzen, dass sich der Ostturm in diesem Zustand präsentiert. Von den Wandfliesen und der aufwendigen Ausmalung waren infolge des Verfalls seit den 60er Jahren nur noch wenige Reste vorhanden. Erst nach umfassender Restaurierung wurde der Raum 2004 wiedereröffnet. Leider gab es auch danach mutwillige Zerstörungen und der Förderverein mußte mit Hilfen von Spenden alles wieder ausbessern. Aber ich finde, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

Ein weiteres Detail sind die kleinen Figuren/Köpfe, die durch ihre Einfachheit auffallen. Ganz im Gegenteil zu den prächtigen Farben der Kacheln und Mosaike.

Im Ostturm befindet sich außerdem eine Wendeltreppe, die von der Ebene oberhalb des Maurischen Kabinetts zur Aussichtsplattform führt und über die der Arkadengangs erreichbar ist. Heute ist die Treppe durch Glas geschützt, aber man erkennt sie hoffentlich.

Die Aussichtsplattform kann man hier sehen und auch den Blick, der sich bei schönem Wetter bietet.

Hier noch einmal ein Blick auf das reichdekorierte „Maurische Kabinett“, dem Hochzeitszimmer.

Falls Ihr auf dem Belvedere heiraten oder feiern wollt, auf der tollen Webseite gibt es dazu Informationen. Ab Mai finden die Trauungen statt.

„Ihr schönster Tag im Leben könnte bei uns so aussehen: Gemeinsam mit Ihrer Traugesellschaft stoßen Sie nach der Zeremonie bei einem festlichen Empfang auf das Ereignis an oder feiern auf dem Pfingstberg ein großes Hochzeitsfest. Während Ihre Gäste bei einer Führung durch das historische Ensemble Potsdams schönste Aussicht genießen, haben Sie die Gelegenheit, Ihre Hochzeitsfotos aufzunehmen. Auch für freie Trauungen können Sie das Maurische Kabinett mieten. Sprechen Sie uns an!“

Ich hoffe, dass Euch mein erster Beitrag vom Belvedere gefallen hat. Die Fotos entstanden während einer Führung durch den Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.

Dank auch an die „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“.

6 Kommentare

  1. Sandra Hintringer sagt

    Toller Beitrag und spannend, wie unterschiedlich verschiedene Augen das Ensemble interpretieren.

    • kerstin sagt

      Danke, ich war nicht sicher, wollte aber einen anderen Ansatz wählen. Teil 2 folgt.

  2. Steffi sagt

    Liebe Kerstin,
    ein schöner Beitrag, der mich direkt wieder an den tollen Sonntag zurück versetzt. Mein Beitrag folgt in Kürze 🙂

    Liebe Grüße und bis bald!

    Steffi | Reiselust und Fernweh

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