Potsdam, Sehenswürdigkeiten, Stadtgeschichte
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Besuch des Jüdischen Friedhof in Potsdam

Trotz oder gerade wegen der aktuellen Ereignisse in Halle, möchte ich heute über eine Veranstaltung der Urania berichten, die auf den alten Jüdischen Friedhof Potsdams führte.

Geschichte des Friedhof

Die Geschichte des Friedhofs begann 1743 mit der Schenkung von Land zur Anlage eines Friedhofes durch Friedrich II. Später wurde er mit einer festen Mauer umgeben, hinzu kam eine einfache Leichenhalle. Der Friedhof wurde mehrfach erweitert, mit der Erweiterung 1910/11 wurde auch die bis heute bestehende Friedhofshalle erbaut (Architekten Börnstein und Kopp). Die Friedhofsfläche umfasst etwa 100 ar. Der Friedhof ist insgesamt gut erhalten. Friedhof und Trauerhalle stehen unter Denkmalschutz. (Angaben http://www.alemannia-judaica.de/potsdam_friedhoefe.htm) Der Jüdische Friedhof am Fuße des Pfingstbergs blieb auch in der Nazizeit erhalten, er fiel 1942 in den Besitz der Stadt. Die Stadt kümmerte sich nicht um ihn und so wurde er nicht eingeebnet.

Führung über den Friedhof

Wolfgang Weißleder, Jurist und Experte für jüdische Geschichte, führte unsere Gruppe über den Friedhof. Er vermochte es die Geschichte sehr anschaulich zu schildern, Hintergrundinformationen zu den Personen, die dort begraben wurden, ergaben ein Bild der jüdischen Geschichte in Potsdam und Umgebung. Welchen Rolle sie im Stadtleben spielten, wie wertvoll der Beitrag für die Kunst und Kultur war.

Natürlich gibt es auch einen Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger, die von den Nazis ermordet wurden.

Gedenkstein für die in der NS-Zeit aus Potsdam und Umgebung ermordeten Juden

Gedenkstein für die in der NS-Zeit aus
Potsdam und Umgebung ermordeten Juden

Der älteste erhaltene Grabstein stammt von Michael Hirsch, dem ersten Rabbiner der Potsdamer Gemeinde. Die frühen Grabsteine sind verwittert, oft sind die Inschriften zerstört. Im 19. Jahrhundert werden die Grabmale individueller, die Familien größer. Nur ein paar diese Grabsteine konnten wir genauer betrachten, aber ein Stein ist für Wolfgang Weißleder besonders wichtig, der von John Gersman.

Über ihn hat er sogar ein Buch geschrieben, das er im November 2019 vorstellen wird. Gersman, ein aus Potsdam stammender Holocaust-Überlebender, hat als Stifter viel für den Erhalt des Friedhofs getan.

Damit endet unserer Führung, dann geht es noch in die Trauerhalle, ein schlichtes Gebäude, das in DDR-Zeiten als Lager und Garage benutzt wurde. Nach fast 2 Stunden haben wir den Friedhof verlassen, die Gespräche über das Gesehene gingen weiter.

Ich weiß nicht genau wann die nächste Führung angeboten wird, aber auch ohne kann man den Friedhof besuchen. Da es auch Beerdigungen gibt, vielleicht vorher nachfragen.

Männliche Personen benötigen eine Kopfbedeckung

Puschkinallee 18
14469 Potsdam

(0331) 24365511 Feliks Berul – Aufseher des Friedhofes
fberul@web.de

Hier die Öffnungszeiten: 

Öffnungszeiten:
Sonntag, Mittwoch, Donnerstag:
01.10 – 30.04: 10.00 – 13.00 Uhr
01.05 – 30.09: 10.00 – 16.00 Uhr

 

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