Autor: kerstin

Jedermann – zurück in Potsdam und der Nikolaikirche

Seit 2018 hat Potsdam eine neue Attraktion – die „Jedermann“ – Aufführung in der Nikolaikirche. Es gibt es wohl kaum einen prominenteren Ort als die Kirche auf dem Alten Markt. Die Idee dazu hatten Nicolai Tegeler und Christian A. Schnell (Volksbühne Michendorf), die auch als verantwortlich für die künstlerische Leitung sind. Geplant ist ein jedes Jahr wiederkehrendes Jedermann – Theaterfestival. Hugo von Hofmannsthals Klassiker „Jedermann“ in die Potsdamer Nikolaikirche Der reiche Jedermann sieht sich unerwartet mit dem Tod konfrontiert, der ihn vor seinen Schöpfer führen will. Niemand will ihn ins Grab begleiten. Erst der Auftritt seiner Werke und des Glaubens bringen ihn dazu, sich zum Christentum zu bekennen und als reuiger Bekehrter ins Grab zu steigen. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes wurde am 1. Dezember 1911 im Berliner Zirkus Schumann unter der Regie von Max Reinhardt uraufgeführt. Die Nikolaikirche in Potsdam ist ein eindrucksvoller Ort für die Aufführungen. So wird auf dem Altar der St. Nikolaikirche wird eine Videoinstallation zu sehen sein. Musikalisch begleitet werden die Schauspieler auch in diesem Jahr wieder von dem …

Besuch im Industriemuseum Brandenburg

In meiner Reihe über Museen möchte ich heute das Industriemuseum meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel vorstellen. Das frühere Stahl-und Walzwerk war zu DDR einer der größten Arbeitgeber der Stadt und auch deshalb bekannt, weil Manfred Krug dort gearbeitet hat. Heute ist es ein Industriedenkmal, in den man sich frei bewegen kann. Es gibt Stiegen, Leitern und Arbeitsbrücken – fast alles zugänglich, wenn man keine Höhenangst hat 🙂 Vor der Besichtigung gibt einen Helm und Umhang, ich würde (stand)feste Schuhe empfehlen, man fühlt sich damit sicherer. Im Museum habe ich mir ein kurzes Video zur Schließung des Werkes angesehen. Dort wurde erklärt warum das Werk geschlossen wurde.Nach der Wende waren die Siemens-Martin-Öfen nicht mehr wettbewerbsfähig, in Westeuropa waren sie schon den 1960er Jahren ausgemustert worden. Jetzt folgte Brandenburg. Im Dezember 1993 gab es den letzten Abstich, die Zeit der Siemens-Martin-Öfen war damit endgültig vorbei.     Im Museum geht alles sehr familiär zu, keine große Bürokratie und man zahlt den Eintritt schon deshalb gern. Jeder Besucher wird gebraucht damit das Museum erhalten bleibt. Ich war …

Wiederaufbau der „Transparenten Weltkugel“ beendet

Ich hatte bereits über den Wiederaufbau der Metallskulptur im Juli neben dem Marktcenter berichtet. Wie angekündigt war der Aufbau im August fertig gestellt und das Kunstwerk aus DDR ist nun wieder vollständig zugänglich. Es fügt sich auf dem neuen Platz gut in die Sichtachsen zum Dampfmaschinen-Haus/Moschee ein. Auch der Neubau im Hintergrund passt gut. Ob man das so gedacht bzw. erwartet hatte, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es eher ein Zufall 🙂 Hier einmal meine kleine Galerie beginnend mit dem 21. Juli 2019. Anfang August kann man schon deutliche Fortschritte sehen. Am 25. August 2019 sah es dann so aus. Übrigens sieht man die Kugel von der Straße nicht so gut, da ein großes Blumenbeet angelegt wurde. Deshalb ist die „Moschee“ meine Empfehlung, wenn man die Kugel sucht. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Fotografieren.

Aus dem Stadtleben – die Nikolaikirche

Was ist an der Nikolaikirche los ? Seit dieser Woche geistern viele Meldungen zu einem der Potsdamer Wahrzeichen durch die Presse. Hier eine kleine Chronologie der Meldungen: Am Montag, den 2. September veröffentlichte die MAZ die Meldung, dass es während der Abrissarbeiten an dem Fachhochschul-Gebäude am Alten Markt im vergangenen Jahr zu Schäden im Inneren gekommen war. Konkret ist es zu „Putzabplatzungen“ am Westfenster im Inneren der Kirche gekommen. Die Versicherung des Sanierungsträgers habe dies als „Folgeschäden“ anerkannt und 60.000 Euro für die Instandsetzung gezahlt. Nikolaipfarrer Matthias Mieke bestätigte, dass die Reparaturarbeiten demnächst beginnen. Hier ein „altes“ Bild mit Teil der FHS. Für Nicht-Potsdamer, hier entsteht das neue Quartier. Der 3. September konnte man in der PNN lesen: „Alte Kaiserstraße am Alten Markt entdeckt“. Das betrifft die Nikolaikirche nicht direkt, aber die Bauvorbereitungen für das Quartier am Alten Markt liegen direkt vor der Kirche. Der Artikel ist wirklich sehr interessant, denn dort werden Szenarien für die Einbindung der Funde (wie auch einer alten Straßenbahnschiene) in das neue Quartier erläutert. Natürlich hat Potsdam schon viele historische Wegmarken, …

Frenkel

Ausstellung-Tipp: Potsdam unter dem Roten Stern 1945 – 1994

Potsdam unter dem Roten Stern – Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzungsmacht 1945 bis 1994 In diesem Jahr gibt es ein Jubiläum, das eng mit der friedlichen Revolution 1989 verbunden ist – den Abzug der sowjetischen bzw. russischen Truppen aus Potsdam im Jahr 1994. Das ist inzwischen 25 Jahre her und der Anlass für diese Ausstellung, womit das Potsdam Museum eine Forschungslücke in den Blick rückt. Denn immerhin dauerte die Anwesenheit der Armee in der Stadt 50 Jahre, aber über deren Gliederungen und die räumliche Verteilung auf dem Stadtgebiet ist bis heute nur wenig bekannt. 25 Jahre nach dem Abzug der Truppen aus Potsdam präsentiert das Potsdam Museum erstmals eine Auswahl aus den mehr als 1.500 in den Kasernen geborgenen Fundstücken. Diese Fundstücke zeigen eine andere Seite der „Besatzer“, Dinge, die in der Öffentlichkeit nicht bekannt wurden (werden sollten ?). Es ist ein Wunder, dass man diese Dinge retten konnte, sie nicht im Strudel der Zeitenwende verschwunden sind. Während der Führung war die Begeisterung der Ausstellungsmacher zu spüren, die zu vielen Ausstellungsstücken eine Geschichte erzählen können. Mir …

Ein Ausflug nach Königs Wusterhausen

Ich hatte ja bereits erzählt, dass ich meinem Urlaub in der Nähe von Königs Wusterhausen verbracht habe. Heute möchte ich Euch diese Stadt kurz vorstellen. KW wie Königs Wusterhausen oft genannt wird, ist Teil des Berliner S-Bahnringes. Oft denkt man die Stadt gehört zu Berlin, aber das stimmt nicht. Königs Wusterhausen ist Teil des Landes Brandenburg und feiert im nächsten Jahr seinen 700. Geburtstag. Ich möchte Euch nun nicht mit der ganzen Stadtgeschichte langweilen, aber ein Wahrzeichen der Stadt – das Schloss – möchte ich Euch gern vorstellen. Schloss Königs Wusterhausen Diese Schloss gehörte zu den Lieblingsorten des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., der oft zur Jagd an diesen Ort kam. Als Kronprinz befehligte er von hier aus sein erstes eigenes Regiment und in KW begann er auch mit der Aufstellung des Bataillons der „Langen Kerls“, so lautete die volkstümliche Bezeichnung für die Potsdamer Leibgarde von König Friedrich Wilhelm I.in Preußen. Das Garderegiment bestand aus 60 Offizieren, 165 Unteroffizieren, 53 Trommlern, 15 Pfeifern, 15 Feldschern [Sanitäter] und 2160 Musketieren, von denen – und das war die …