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Auf den Spuren von Hedwig Bollhagen in Potsdam

Noch immer ist der Name Hedwig Bollhagen in den alten Bundesländern nahezu unbekannt. Dagegen braucht man im Osten des Landes oft nur die Initialen HB  nennen und jeder weiß, worum es geht.

Und dann erkennt man natürlich das blau-weiße Dekor, dass unter den vielen Bollhagen Entwürfen heraussticht.

Aber welche Spuren hat HB in Brandenburg und in Potsdam hinterlassen hat ?

Neben dem Geschirr, so hat Hedwig Bollhagen ihre Keramik genannt, wurde in ihrer Werkstatt auch Baukeramik entworfen. Eigentlich logisch, denn ihr Credo war es  eine Synthese  von Kunst, Handwerk und Industrie zu schaffen. Zu DDR-Zeiten (allerdings nicht in allen 40 Jahren) versuchte man dies umzusetzen, wenn es die finanziellen und politischen Voraussetzungen erlaubten. So gibt es im früheren Bezirk Potsdam einige Spuren der Keramikern an der Fassade des Alten Schloss (Burg) Freyenstein (75% des heutigen Bestandes sind Nachbildungen, angefertigt nach alten Abbildungen und Abgüssen in der Werkstatt der bekannten Künstlerin Hedwig Bollhagen aus Marwitz). Ich habe Freyenstein während eine Priegnitz-Reise besuchen können.

Auch Pflanzschale von HB findet man in vielen Parkanlagen.

In Potsdam gibt im Potsdam-Museum eine Säule mit Kacheln von HB, die in der Nachwendezeit  übermalt wurden (falls jemand genauer Infos hat, verbessere h das gern). Heute ist diese Säule, die vor dem Gemälde von Nerlich steht, wieder in ihrem ursprünglichen Zustand zu sehen.

Weitere Werke aus der Werkstatt Bollhagens kann man auf der Freundschaftsinsel sehen. Hier steht eine Ziermauer als eine Art Garten-Raumteiler. 4 freistehende Mauern, die aus Kreuzsteinen bestehen und Licht und Schattenspieles ermöglichen. Die Steine wurden im Handstreichverfahren hergestellt und haben eine rauhe Oberfläche.

Während ich an diesem Beitrag geschrieben habe, bekam ich den Katalog zur Ausstellung in den Jahren 2007-2008  in die Hände. Dort fand man so viel mehr Bollhagen-Spuren, denen ich nachgehen möchte. Zum Teil scheinenDinge nicht mehr zu existieren, selbst wenn sie unter Denkmalschutz standen. Ich habe auch noch immer nicht ganz verstanden, warum die Stadt nicht alles getan hat um in Potsdam das Ballhagen-Museum zu errichten. Ich habe den Eindruck, dass es hier auch um Politik ging (siehe Anfang des Beitrags). Das es eine Zusammenarbeit mit den Nazis gab, wurde zum Beispiel widerlegt. Das macht mich neugierig und ich hoffe, dass es Euch ähnlich geht. Falls Ihr weitere Hinweise auf Bollhagen habt, bitte schreibt mir.

Das erwähnte Buch gibt es nur noch antiquarisch und entsprechend teuer. Aber es lohnt sich und man entdeckt viel.

Hedwig Bollhagen – Ein Leben für die Keramik (Haus der Brandenburgisch-preußischen Geschichte), 2007/2008

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