Wie Ihr vielleicht wißt, mache ich Gästeführungen rund um die Glienicker Brücke. Vielen fällt dazu sofort der Agentenaustausch, der u.a. in dem Film „Bridge of Spies“ gezeigt wurde. Obwohl es sich hier um einen Hollywood-Film handelt, beruht die Geschichte auf Tatsachen. Und dazu passt auch das Buch
„Spionage in Berlin – Agenten im Kalten Krieg“ von Dietmar Peitsch, das mir der Verlag Bebra/Elsengold zur Verfügung gestellt hat. Das Titelbild zeigt sogar die „Glienicker Brücke“. Was liegt also näher als einen Blick in das Buch zu werfen.
Das Buch deckt den Zeitraum von 1945 bis rund 1990 ab, also von der Organisation Gehlen, die zum Teil aus alten Nazis bestand bis zur Öffnung bzw. Sicherstellung der Akten des MfS.
Alles ist klar gegliedert und jedes Kapitel entsprechend bebildert. So kann man chronologisch vorgehen oder man sucht das Kapitel oder die Person heraus, die einen besonders interessiert.
Viele der Namen sind bekannt, die so wieder ins Gedächtnis kommen.
Mich hat besonders der RIAS und der Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke interessiert.
Kapitel:
RIAS – die angebliche Agentenzentrale der Amerikaner
Ich habe in der letzten Zeit die Erfahrung gemacht, dass der RIAS heute kaum noch bekannt ist. Deshalb ein kurzer Exkurs über den RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) war eine Rundfunkanstalt mit Sitz im West-Berliner Bezirk Schöneberg (Kufsteiner Straße), die nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-amerikanischen Militärverwaltung gegründet wurde und bis Ende 1993 sendete. Der RIAS bezeichnete sich selbst als „Eine freie Stimme der freien Welt“. Er sollte westliche, demokratische Werte in die DDR ausstrahlen, in ein Staatsgebilde, in dem ausschließlich die Meinung und Ideologie einer durch die Sowjetunion installierten, kommunistischen Partei über die Radiowellen verbreitet wurde. Im Jahr 1990 wurde mit der deutschen Wiedervereinigung der Fortbestand des Senders ungewiss. Zunächst hatten die USA nach einem Bericht der U.S. Advisory Commission on Public Diplomacy 1989/1990 eine weitere Rundfunkpräsenz von RIAS erwogen, um in Mitteleuropa weiterhin eine „wichtige Informationsquelle über Demokratie und die Vereinigten Staaten für 16 Millionen Ostdeutsche“ zu gewährleisten.
(Zitate aus Wikipedia)
Von der DDR wurde der Sender als Hort von Agenten bezeichnet. Und so spielte sich der Kalte Krieg dort ab (im Buch Seite 87 bis 90)
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke.
Dazu möchte nichts verraten, Ihr könnt gern meine Führung buchen oder dabei sein : )
Oder natürlich das Buch lesen. Es ist spannend geschrieben und sehr informativ.

Spionage in Berlin
Agenten im Kalten Krieg
Agenten, Spitzel und Spione
Die Geschichte der Geheimdienste ist eines der schillerndsten Kapitel des Kalten Krieges in Berlin. Ebenso wie die Alliierten von West-Berlin aus versuchten, die Kommunikation der Regierung der DDR und des KGB abzuhören, wurde von Ost-Berliner Seite der Westen ausspioniert. Spionagetunnel, spektakuläre Entführungen und Fluchten, geheime Funksprüche: Nirgendwo gab es zwischen den 1950er- und den 1980er-Jahren so viele Agenten wie in Berlin. Dietmar Peitsch schildert, wie die Geheimdienste nach 1945 überhaupt in Berlin Fuß fassten und beschreibt auch den Alltag ihrer Beschäftigten. Und er erzählt, wie die Stasi versucht hat, ihn selbst anzuwerben: ziemlich dilettantisch …
Gebunden, 208 Seiten, 16,5 x 24 cm, teils farbige Abbildungen
ISBN 978-3-96201-076-8
1. Auflage
Der Autor:
Dr. Dietmar Peitsch war nach seinem Jurastudium und seiner Promotion über 30 Jahre lang in der Berliner Verwaltung tätig unter anderem als Stabsreferent beim Polizeipräsidenten in Berlin und Stabsleiter des Landesamts für Verfassungsschutz.
Vielen Dank an den Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.
