Die Gotische Bibliothek im Neuen Garten von Potsdam

Noch immer bin ich überrascht, welche Schönheiten Potsdam zu bieten hat. Am Sonntag wollte ich frische Brötchen kaufen, bin dazu die Kurfürstenstraße entlang gegangen und stand plötzlich am Eingang des Neuen Garten. Und dort steht diese kleine Bauwerk. Zum Glück verriet mir eine kleine Tafel worum es sich handelt.

Eine wundervolle Lage

Malerisch vom Wasser umgeben, liegt die Bibliothek am Südufers des Heiligen Sees. Der achteckigen Bibliotheksbaus markiert den Auftakt zum Neuen Garten, der zweiten Parkanlage, über die Potsdam neben dem Park Sanssouci verfügt.

Geschichte der Bibliothek

In den Jahren 1792 bis 1794 von Carl Gotthard Langhans, dem Architekten des Brandenburger Tores, in den Formen der frühen Neugotik als Bibliotheksgebäude für Friedrich Wilhelm II. errichtet, verfiel der Bau nach dem 2.Weltkrieg zusehends. Es grenzt an ein Wunder, dass er nicht vollständig in sich zusammensank, hatten sich doch seine Fundamente zum See hin um bis zu 70 cm abgesenkt. Die eingestürzte Kuppelkonstruktion und die erhebliche Schiefstellung boten lange Jahre einen trostlosen Anblick. Nach der Wende begann man sich mit dem Bauwerk zu beschäftigen. Nach intensiver Forschung ergaben sich zwei Möglichkeiten zur Sanierung des Denkmals: die Sicherung der Ruine oder der Rück- und Wiederaufbau der Bibliothek an gleicher Stelle, die Entscheidung in der „Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“ fiel zugunsten eines Rückbaus. Seitdem ist ihre ursprüngliche Schönheit wieder erkennbar – die Spitzbogenfenster, die Wendeltreppe, eine Aussichtsterrasse und kupferblechbedecktem Turmhelm.

In der Bibliothek bewahrte Friedrich Wilhelm II. nicht nur die Werke von Lessing und Lavater, Goethe und Schiller, Wieland und Winckelmann auf, sondern auch Shakespeare, Ossian samt Schauer- und Ritterromanen sowie Schriften über Geisterseherei. Leider fehlen die gesammelten Bücher, sie gelangten im neunzehnten Jahrhundert ins Berliner Schloß und sind seit 1945 verschollen.

Heute wird das Gebäude als Ausstellungsraum genutzt, es war allerdings verschlossen als ich dort war.

 

Man findet das Bauwerk sehr einfach, laut Google: Gotische Bibliothek, Mangerstraße 42, 14467 Potsdam. Für die Praktiker – direkt am Eingang des neuen Garten am Heiligen See.

 

Ein traumhafter Ort !

Wer sich weiter informieren möchte, es soll einen Katalog über die Geschichte des Bauwerks und seine Restaurierung sowie den Buchbestand, den Friedrich Wilhelm II. hier verwahrte, geben. Leider konnte ich den nicht finden.